Über Tharon


Tharon, ein Nordmann, mag um die 30 Jahre zählen. Sein blondes Haar fällt bis auf die Schultern, und sein Vollbart ist bisweilen zu Zöpfen geflochten.

Er ist groß gewachsen, und nicht nur seine Rüstung lässt seine Schultern breit und stämmig erscheinen. Üblicherweise bedecken auch Kleidung und Rüstung seine zahlreichen Narben, die er überall am Körper hat, Zeugen nicht weniger Kämpfe und Auseinandersetzungen.

Das gesunde Auge ist graublau und ruht unter einer dichten Augenbraue, während das andere Auge wie die gesamte rechte Gesichtshälfte verborgen ist unter einer großen vernarbten Brandwunde, die sich von der Stirn bis zum Beginn des Bartes zieht.

Seine Kettenrüstung ist dunkelgrau, teilweise mit Leder verarbeitet. Er trägt einen Visierhelm, meist eine Kapuze. Seine Hauptwaffe ist ein am oberen Ende leicht gekrümmter Zweihänder namens „Sturmklinge“. Außerdem benutzt er noch ein Langschwert und einen kleinen Schild aus dunklem Holz.

Tharon wurde in Midgard auf einem kleinen Hof geboren. Die meisten Männer seiner Familie waren Krieger, die oft die bretonischen Küsten als Plünderer heimsuchten. Als der bretonische Bürgerkrieg begann, da standen sein Vater Radulf und sein älterer Bruder auf der Seite des späteren Königs Lerhon. Nach dem Sieg bekamen die Nordmannen die Festung Nordstein. Doch Radulf wurde ob der Kriegserlebnisse wahnsinnig. Nach seiner Rückkehr wurde es immer schlimmer, und schließlich bat der Vater seinen Sohn im Fieberwahn, dieses Leben zu beenden –Tharon leistete Folge.

Nach dunkler Kindheit unter der strengen Hand des Kriegers Thoregard beschloss Tharon, nach Bretonia zu gehen, um seinen Bruder zu finden, der in den Kriegswirren verschollen ward. Er fand ihn erst nach dem Bürgerkrieg, doch wurde er getötet vom dunklen Geiste Radulfs, der sich wie Thoregard der Göttin Hel verschrieben hatte. Nach einigen Wochen der Suche gelang es Tharon, seinen Vater zu erlösen.

Nach seiner Ankunft in Bretonia freundete sich Tharon zunächst mit einigen Bretonen, darunter der Priester Rherildan, an. Auch Rherildan war dem Geiste Radulfs zum Opfer gefallen. Den Tod seines Freundes konnte er rächen, nachdem er Radulf in einem Zweikampf besiegte. Die anderen Nordmannen, darunter die Waräger, akzeptierten Tharon nicht. Für sie war er –der später als sie selbst nach Bretonia kam- kein wahrer Nordmann. So kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Tharon (und dessen wenigen Getreuen) und den Warägern. Dies änderte sich, als Tharon die Sippe der Huginner begründete, die schnell mehr und mehr Mitglieder bekam. Die Nordmannen forderten bretonisches Land, so dass sich die zwei Sippen der Waräger und Huginner verbündeten. Gemeinsam gründeten sie später den Stamm der Norwingar.

Tharons Weg begann als einfacher Nordmann, später wurde er Hetmann seiner Sippe, dann wurde er ein Anführer des aus den Sippen gebildeten nordischen Rates. Als der drohende Krieg abgewendet werden konnte, zogen sie alle nach Midgard. Und nun, nach der Rückkehr, ist er Hetmann des gesamten Stammes und verantwortlich für die Zukunft der Nordmannen im feindlichen Gebiet, in der ehemaligen Nordmark.

Freundschaft verbindet ihn auch zur Elaya Sulva’Irn, denn er war der erste Mensch, dem sie direkt begegnete. Sulva’Irn ist verbunden mit dem bretonischen Lehnsherrn Eldorian Erwyndyll. Er und Tharon kämpften mehrmals Seite an Seite, sowohl gegen Eldorians Halbbruder Jaspertin, als auch gegen den schwarzen Drachen Drakos. Doch seit Eldorian bretonischer Adliger ist, werfen sich immer wieder Schatten auf die Freundschaft der beiden Männer, wie auch auf die Verbindung zu Fhink (ein Diener des Königs), der in den Augen Tharons in der Vergangenheit gegen das Nordvolk arbeitete, als er Verbrecher jagte, welche Freiheit für die Nordmark forderten und auf heimliche Weise zu erreichen versuchten.

Vor kurzer Zeit noch war Wulfus, der ehemalige Hetmann des Stammes, ein Vorbild für Tharon, fast väterlich. Doch aus Tharons Sicht hat Wulfus die Nordmannen im Stich gelassen, als er gerade in den schweren Zeiten den Stamm verließ, wohl um einen zu frühen Lebensabend mit der Nordfrau Solia verbringen zu können. Das Verhältnis zu Donar, der ehemaligen rechten Hand von Wulfus, ist immer noch bestimmt von alten Konflikten und Problemen.

Tharons Weib, Chiva, ist Heilerin der Sippe, doch trägt sie selbst ein Leiden mit sich, denn sie ist blind. Jede Möglichkeit, das zu ändern, hat sie bisher verweigert. Vor Chiva gab es ein anderes Weib in seinem Leben: Fylgia. Doch sie war nicht so, wie sie vorgab zu sein. Und als Tharon dies erkannte und eine kommende Hochzeit absagte, nahm sich die schwangere Frau das Leben. Dass sie ein Kind erwartete, wusste er nicht.

Im Augenblick rüsten sich Tharon und seine Leute für den Kampf gegen die Riesen, welche die Mark, die einst Heimat der Nordmannen sein sollte, zerstörten. Vom einzelgängerischen Nordmann wandelte sich Tharon in wenigen Jahren zu einem Anführer seines Volkes.

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